Zertifizierung der Lippischen Wälder nach den FSC-Kriterien im Rahmen seiner Biodiversitätsstrategie

– Änderungsantrag zur DS 001/2018 – Haushaltsentwurf 2018

Beschlussvorschlag:

  1. Der Kreis Lippe setzt sich dafür ein, dass im Rahmen seiner Biodiversitätsstrategie die Lippischen Wälder nach den FSC-Kriterien zertifiziert werden, dazu startet er eine Information- und Unterstützungskampagne für die Lippischen Waldbauern.
  2. Der Landesverband Lippe als größter Waldbesitzer in Lippe wird gebeten, sich der Initiative des Kreises Lippe anzuschließen und diese zu unterstützen, sowie die eigenen Wälder FSC zertifizieren zu lassen
  3. Im Produkthaushalt 2018 werden unter dem Produktbereich „Natur und Landschaftspflege“ beim Produkt 013/001/001 dazu weitere 10.000 Euro unter 5421400 bzw. 7421400 eingeplant, um die Biodiversitätsstrategie des Kreises Lippe unter dem Gesichtspunkt der regionalen Wald- und Forstwirtschaftumzusetzen (ZK Lippe 2025-10.5.1).

Sachdarstellung:

Im Rahmen der Lippischen Artenschutzkonferenz des Kreises Lippe war das Thema Biodiversitätsstrategie eines der wichtigsten Schwerpunkte.

Darum bedarf es im Rahmen der Weiterentwicklung der Lippischen Biodiversitätsstrategie auch für die Lippischen Waldgebiete eine Strategie dazu.

Zukünftige Biodiversitätspolitik wird zunehmend darauf ausgerichtet sein, die Widerstandsfähigkeit, die Unversehrtheit und Vitalität von natürlichen Ökosystemen zu schützen. Im Zusammenhang mit solch einem Ansatz, der auf dem Schutz und der Entwicklung von natürlichen (grünen) Infrastrukturen in einer multifunktionalen Landschaft basiert, liefern Wald und Wildgebiete einen einmaligen und hoch zu bewertenden Beitrag. Deshalb sind Wald und Wildgebiete ein wichtiger Teil der Strategie zur Beendigung des Biodiversitätsverlustes.

Darum steht für den Kreis Lippe der Wald als einer der größten Träger der Artenvielfalt im Zentrum der Betrachtungsweise.

Die FSC Zertifizierung dokumentiert, wie sich Ziele des Naturschutzes und Ziele der ökonomischen Nachhaltigkeit gleichrangig in den Wirtschaftswald integrieren lassen. Mehrere Bundesländer, so auch NRW, haben ihre Staatsforsten FSC zertifizieren lassen.

Was Hessen kann, kann Lippe auch:

Durch die FSC-Standards soll der Hessische Staatswald künftig ökologischer, stabiler und risikoärmer gemacht werden. So ist zum Beispiel der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich untersagt. Außerdem muss ein Anteil von 5 Prozent der zertifizierten Fläche permanent aus der Bewirtschaftung genommen werden. Bei der Wahl der Baumarten richtet sich FSC nach der natürlich vorkommenden Waldgesellschaft. Die Einführung der FSC-Standards kann auch zu Veränderungen der Ziele des Landes Hessen für den Staatswald führen. Allerdings sind mit dem Erhalt des FSC-Siegels auch Chancen für den Verkauf hessischen Holzes verbunden. Denn die Nachfrage am Markt nach FSC-zertifiziertem Holz wächst. Ziel ist es diese Marktchancen für den Landesbetrieb Hessen-Forst zu erschließen.

„Die flächige FSC-Zertifizierung im hessischen Landeswald wird ein Gewinn für Menschen und Natur sein, davon bin ich fest überzeugt. Dieser gesellschaftliche Gewinn wird sich in der Zukunft bezahlt machen, denn Forstwirtschaft bedeutet langfristig nachhaltig denken und handeln. Dabei ist die Sicherung von Artenvielfalt im Wald ökonomisch kaum messbar. Ein Schwarzspecht im Wald trägt kein Preisschild und bringt der Landeskasse keinen Euro mehr ein. Trotzdem wollen wir, dass er und viele andere Arten in unseren Wäldern eine Heimat finden und behalten. Dafür braucht es weitsichtige Entscheidungen der Politik wie diese, Denn sie ist eine gute Entscheidung für den Wald unserer Enkel“, so Dr. Uwe Sayer Geschäftsführer FSC Deutschland zu dem Beschluss der Hessischen Landesregierung seine Wälder nach FSC-Standard zu zertifizieren

Auch die Lippischen Holzverarbeitungsunternehmen, die Ihren Holzbedarf aus der Region beziehen, werden auf Dauer auf eine FSC -Zertifizierte Waldwirtschaft bestehen um ihre hochwertigen Produkte auch weiterhin weltweit vermarkten zu können.

Große Unternehmen wie IKEA und OTTO haben wiederholt ihren Bedarf nach mehr FSC-zertifiziertem Holz für ihre in Deutschland gefertigten Produkte geäußert.

Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion

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