Cytotec in der Geburtshilfe am Klinikum Lippe?

Anfrage zu der Thematik „Verwendung des Medikamentes Cytotec in der Geburtshilfe am Klinikum Lippe?“

In der vergangenen Woche waren bundesweite Pressemeldungen über den Einsatz des Medikaments Cytotec in der Geburtshilfe in Kliniken zu lesen. Dabei wurde von teils schweren Komplikationen für Mütter und Kinder berichtet. Das Medikament selbst ist für diesen Einsatz nicht zugelassen, die Gabe erfolgt im sogenannten Off-label-use. Laut der Süddeutschen Zeitung komme es in jeder zweiten Klinik zum Einsatz. Der Kreis Lippe ist einerseits Eigentümer der Klinikum Lippe GmbH und andererseits öffentliche Gesundheitsbehörde und damit auch verantwortlich für die Aufklärung von wesentlichen gesundheitsbezogenen Fragen für Lipperinnen.

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen bittet daher um Beantwortung der folgenden Fragen:

1)     Wird oder wurde das Medikament Cytotec vom Klinikum Lippe in der Geburtshilfe eingesetzt?

2)     In welchen Fällen und aus welchem Grund wird bzw. wurde Cytotec anstelle anderer – hierfür zugelassener – wehenfördernder Medikamente eingesetzt?

3)     In welchen Dosierungen wird bzw. wurde Cytotec eingesetzt, wurden bzw. werden insbesondere Dosierungen oberhalb von 25 Mikrogramm Misoprostol eingesetzt?

4)     Wieviele Fälle mit Komplikationen sind dem Klinikum Lippe bekannt und welche Art von Komplikationen?

5)     Beabsichtigen der Kreis Lippe oder das Klinikum Lippe eine öffentliche Informationsveranstaltung für betroffene Frauen bzw. Eltern von betroffenen Kindern?

Sollte die erste Frage mit Ja zu beantworten sein, halten wir eine öffentliche Information für notwendig, um die betroffenen Menschen aufzuklären und auch im Interesse des Klinikums das Vertrauen aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion

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